Hochregallager.

Ein intelligenter Speicher für Kundenträume.

Der Neubau der Lackiererei und der damit einhergehende Wechsel auf einen Drei-Schicht-Betrieb hat ein neues Hochregallager für lackierte Karosserien erforderlich gemacht. Nur so kann gewährleistet werden, dass die während der Nachtschicht lackierten Fahrzeuge zwischenge­puffert werden und die Montage mit der notwendigen Stückzahl versorgt wird. Als Versorgungsstrecke wurden zusätzlich mehrere Förderbrücken zwischen dem neuen Hochregal und der Montage mit einer Länge von mehr als einem halben Kilometer errichtet. 

SCHLAGADER

Die Herausforderung bei dem Bau des Hochregallagers bestand darin, dass dieses über der Hauptlogistikstraße, der eigentlichen Schlagader des Werkes, errichtet werden musste. Im Kern galt es, das Gebäude auf, neben und über der Logistikstraße zu bauen und den laufenden Produk­tionsbetrieb zu jeder Zeit aufrecht zu erhalten. Zudem läuft längs über das Baufeld die Hauptversorgungstrasse des Werkes mit Leitungen un­ter anderem für Druckluft, Strom und Heizung, welche nicht umgebaut werden konnte. 

KAPAZITÄT

Für das Hochregallager gab es nur einen möglichen Standort, der ausrei­chend Grundfläche für einen Speicher mit rund 800 Lagerplätzen bietet. Allerdings erforderte die Lage eine Bauweise, die für ein Hochregallager mehr als untypisch ist. Der gesamte Komplex steht auf Stelzen und somit auf einem Tisch in rund elf Metern Höhe. Die Fläche unterhalb des Tisches kann frei genutzt werden. Um die Hauptlogistikstraße permanent nutzen zu können und eine möglichst kurze Bauzeit des Tisches sicher­zustellen, wurde dieser in Fertigteilbauweise errichtet. Das Baufeld wurde in zwei Hälften aufgeteilt und das Gebäude in zwei Abschnitten errichtet. Die BE-Fläche und auch die Werksstraße wanderten während des Bau­betriebs mehrfach von West nach Ost und wieder zurück. Die Lieferung der Fertigteile, zum Beispiel von Bewehrungsstahl und Beton, erfolgte just in time und ausschließlich auf vorher festgelegten Flächen. Der gesamte Ablauf und Flächenbedarf der Baustelle konnte nur mit einer engen Ab­stimmung zwischen Werks- und Baustellenlogistik sichergestellt werden. 

BETON

Mit einer Gesamthöhe von 41 Metern ist das Hochregallager (ohne Auf­bauten) das höchste Gebäude im Werk. Seine Besonderheit ist die sicht­bare Betonfassade, welche mit ihrer rohen Erscheinung einmalig im Werk ist. Da bauphysikalisch keine gedämmte Hülle notwendig ist, wurde be­wusst auf die obligatorische Trapezblechfassade verzichtet. Die Außen­wände des Gebäudes wurden mittels Gleitschalung hergestellt. Die wolkig anmutende Oberfläche ist nicht nur optisch etwas Besonderes, sondern trägt auch zur hochwertigen Qualität des Betons bei und ist zugleich ein Zeugnis hoher Verarbeitungsqualität.